Nos chambres secretes UNSERE GEHEIMEN ZIMMER
Montag, 03./Dienstag, 04./Mittwoch, 05. November 2008
Während des zweiten Besuchs im Galerieraum lernten die Kinder die Arbeiten von Imad Mansour “Shafaf” und von Amina Benbouchta “Demeure” kennen. [zu Mansour und Benbouchta siehe unten:]
Zur Arbeit von Imad Mansour spielten die Kinder Spiele, in denen sie ihre Augen ausprobierten, das Sehen schärften, auch mit geschlossenen Augen versuchten etwas zu sehen und die Augen der anderen Kinder genau observierten. Dabei kam z. B. heraus, dass alle im Raum anwesende Personen braune bzw. schwarze Augen haben – ausgenommen die deutsche Kunstvermittlerin. Die hat grüne Augen.
Bei Amina Benbouchtas Installation versuchten die Kinder in einem Imaginationsspiel heraus zu finden, was sich im Haus befindet – obwohl man nicht hineinsehen kann, da es keine Fenster oder Türen hat. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten der Inneneinrichtung fantasiert, z. B. die verschiedenen Zimmer wie Küche, Bad, Schlafzimmer, der Fernseher, die Mama usw. Eine der drei gruppen fand heraus, dass in dem Haus zwar alle Einrichtungsgegenstände vorhanden wären, es jedoch keine Bewohner gäbe. Wohingegen eine andere Gruppe meinte, dass die Kinder zu Hause seien.
Der Dornenzweig, der über dem Haus schwebt, wurde zum Anlass genommen, um darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn er auf das Haus fallen würde bzw. welche Art von Pflanzen an oder in den Häusern der Kinder wachsen. Dabei kam heraus, dass das Haus beim Fall des Dornes keinen Schaden nehmen würde, weil es zu massiv sei. Das Innere wäre also demnach geschützt.
Zurück im Arbeitsraum erhielten die Kinder die Aufgabe, sich ihr Zimmer/ihre Wohnung vorzustellen – entweder wie es in Wirklichkeit aussieht oder wie sie es sich wünschen würden. Dazu wurden vielfach “das Bett”, “der Computer” und “der Fernseher” als die zentralen Elemente des Wohnens genannt und dann auch zumeist gezeichnet.
Danach zeichneten die Kinder Personen und/oder Tiere, die sie gern in ihrem Zimmer zu Besuch hätten, auf kleine Kärtchen.
Nun wurden die Zeichnungen der Zimmer samt Personen- bzw. Tierkärtchen in den Schuhkarton geklebt, den jedes Kind mitgebracht hatte. Dadurch entstand ein räumlicher Effekt, wenn man von vorn durch ein hinein geschnittenes Loch in den Karton hinein schaute. Es wurde also ein richtiger Raum gefertigt.
Die Kinder gestalteten am Schluss ihren “Raum” mit buntem Papier und Abbildungen aus Zeitungsbeilagen und Werbeprospekten aus.

Die “Räume” der Kinder wurden unter direkter Lichteinstrahlung getestet. Dies verstärkte den Aha-Effekt hinsichtlich der Räumlichkeit. Außerdem konnte in einer großen Austauschrunde jedes Kind einmal in das Zimmer der anderen schauen.
Durch das Guckloch, welches die einzige Möglichkeit darstellt, in das ansonsten komplett verschlossene Zimmer zu schauen, wird der Effekt der Heimlichkeit sowie der Reiz des Entdeckens noch verstärkt.
Weitere Ziele der Übung:
- Anregung von Fantasie und Vorstellungskraft
- Bewusst machen von Räumlichkeit
- Aufzeigen einfacher Möglichkeiten zur Gestaltung von Ideen, Vorstellungen usw. (alter Schuhkarton wird zu Zimmer)
- Übung feinmotorischer Fähigkeiten
Amina Benbouchta
Die Installation “Demeure” (Behausung) zeigt die Abbildung eines stark vereinfachten weißen Hauses. Über dem Spitzdach schwebt ein Dornenzweig. Der Körper des “Hauses” ist verschlossen. Es gibt keine Andeutung an eine Tür oder Fenster.
Amina Benbouchta beschäftigt sich mit Inhalten, die um die Inhalte “Haus”, “Behausung”, “Innen” kreisen. Sie malt und baut Installationen. In ihren Werken tauchen eine Reihe von symbolhaften Zeichen und Objekten immer wieder auf. Dazu gehören Einrichtungsgegenstände wie die Vase, das Bett, der Tisch, der Stuhl aber auch Zeichen wie das Kreuz und das Herz. in sehr filigranen und pointierten Arrangements versetzt sie ihre Darstellungen in Situationen von Verschlossenheit, Eingeschlossenheit, Einsilbigkeit, oft auch Leere und ein damit verbundenes Gefühl der Bedrohung.
Imad Mansour
Imad Mansour ist vor allem interessiert der Darstellung von Rhythmus. In dieser Arbeit hat er Nahaufnahmen von (seinen) Augen in immer wieder kehrende und sich verändernde Muster übertragen. Durch die Neuanordnung und die Unschärfe der Nahaufnahmen kommt es zu einer Verfremdung der eigentlichen Abbildungen. Der Betrachter entfernt sich vom Bild des “Auges”. Es entstehen informelle Muster.













